Lektion des Lebens: Steine im Bauch machen Bauchweh!

Ja, Freunde, schreibt Euch das hinter die Schlappohren: Gras fressen ist was Feines, Blätter knabbern auch! Tempos werden mir eh von der Herrschaft weg genommen, deshalb kann ich dazu keine Aussage treffen. Aber Kiesel, ihr Lieben, KIESEL sind echt schwer verdaulich und man landet auf dem Röntgentisch!

Dabei hatte der Sonntag echt spitze angefangen: Herrchen und Frauchen waren beide beim Spaziergang dabei und ich konnte Herrchen meine neu erlernten Kunststücke vormachen (zum Beispiel das mit dem Wassertunnel, aber davon ein anderes Mal mehr). Frühstück gab´s im Garten, weil das Wetter so nett war – und danach durfte ich Pfadfinder spielen, yeah!

Soweit ich das verstanden hatte war die Regel: auf dem Grundstück bleiben, nicht in den Teich hüpfen und ab und zu auf die Rufe der Bosse reagieren – gar nicht so schwer, sollte man meinen. Aber natürlich wurde ich trotzdem beobachtet, grummel, wo bleibt denn da das Vertrauen? Da MUSS man als anständiger Weltentdecker doch ein wenig rebellieren. Außerdem ist die Gegend um den Teich mit Abstand das Aufregendste im Garten – Stöckchen, Äste, Blätter, Mauselöcher, Maulwurfshügel, große Steine, kleine Steine…also schnupperte ich hier, knabberte da, kratzte hier und buddelte da… Wie ich auf die unglückselige Idee mit den Kieseln kam? Was soll ich sagen? Ich weiß es nicht mehr. Und SO viele habe ich doch gar nicht verdrückt, nur ein paar, nebenbei, wenn keiner geguckt hat! Wer hätte den ahnen können, dass das endet wie beim Wolf mit den blöden Ziegen?

Das Mittagessen hat mir eigentlich noch ganz gut geschmeckt, danach ein Schläfchen – und dann ging es los: BAUCHWEH! Mir war ganz elend, noch nicht einmal Lust auf Spielen hatte ich noch…Frauchen schaute auch schon ganz besorgt – so kannte sie mich gar nicht, so gar nicht zu Scherzen aufgelegt. Als sie mich abtastete wurden ihre Augen so groß und rund wie mein Aua-Bauch…und dann ging alles ganz flott: Schuhe und Jacke an, Herrchen hinterm Steuer, Frauchen mit zittrigen Händen daneben, ab in die Tierklinik!

Was dann kam, Freunde – erniedrigend! Die Tatsache, dass alle furchtbar nett zu mir waren, macht es nicht weniger schlimm: ich bekam ein Fieberthermometer…ja…ihr ahnt es schon: in den PO! Dass meine Temperatur okay war, hätte ich denen auch sagen können – nur dieses BAUCHWEH…

Die absolute Katastrophe aber hatte ich noch vor mir, und alles nur, weil ich nicht sprechen kann. Mittlerweile hätte ich es doch sogar gebeichtet…und jedes Gemecker in Kauf genommen! Aber, nein, ich wurde in den Folterraum getragen: das RÖNTGENZIMMER! Selbst Frauchen hat mich nicht beschützt, ganz im Gegenteil: sie hat mich auch noch festgehalten, die Verräterin. Es half kein Schnappen, kein Winseln, kein Schreien: sie hat mich einfach fixiert, selbst dann noch, als ich ihr tüchtig in den Arm gehackt habe (ganz schön tapfer, für ´nen Menschen!). Es gab kein Entrinnen. Immerhin habe ich den Folterknechten noch ordentlich auf den Tisch gepullert, richtig viel, aus Protest natürlich, nicht aus Angst!

Tja: und dann kam die Wahrheit ans Licht, quasi weiß auf schwarz: jede einzelne Sünde war auf dem Röntgenbild sichtbar, peinlich. Immerhin: die Herrschaften waren beruhigt – und das hat mich dann ja auch gefreut! Wenn ihr nun aber glaubt, ich hätte im Anschluss noch Mitleid geerntet…weit gefehlt – die Strafe lautete: SCHONKOST (mein Unwort Nummer 3). Labberiges Kartoffelpü und Sauerkraut, so sahen Abendbrot und Frühstück aus. Sauerkraut zum Frühstück, ich bitte Euch…großes bäh!

Und die Moral von der Geschicht: Steine futtern lohnt sich nicht…denn irgendwie müssen die ja auch wieder raus – und DAS ist keine Freude!

Ines-Mercedes Verfasst von:

Schreibe den ersten Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.